Christoph Martin Wieland
Der Schriftsteller Christoph Martin Wieland,
Universitätsprofessor in Erfurt und später Prinzenerzieher im Weimar.

Mit dem Erwerb eines Oßmannstedter Gutes im April 1797 erfüllte
sich Christoph Martin Wieland einen langgehegten Traum.
Sechs Jahre lebte er hier, besucht u.a. von Herder, Goethe, Gleim,
Seume und Kleist. 1803 mußte er das Anwesen jedoch wieder
verkaufen, da in Deutschland "allen Authoren, die vom bloßen
Buchmachen leben müssen oder wollen, der Hungertod droht",
wie er einem Freund schrieb. Er kehrte nach Weimar zurück.
In Oßmannstedt errinert eine kleine Gedenkstätte an den zuzeiten
berühmten Dorfbewohner. Im Park des Gutes wurden der Dichter
und seine Frau Dorothea beigesetzt.
   




Steinkreuz
Das 2,10 m hohe aus Kaupersandstein bestehende Oßmannstedter
Steinkreuz steht heute am westlichen Rand des sogenannten Kritzgrabens gut 1,5 km vom Ort nach Richtung Weimar entfernt, etwa 300 m nördlich der Eisenbahnstrecke.
Das vermutlich aus dem Ende des 13. Jh. stammende Kreuz in Malteserkreuz-Form stand von den 50er Jahren des 18. Jh. bis etwa 1940 an der Lindenallee des Oßmannstedter Parks.
Es war höchstwahrscheinlich bei der Anlage des Parks 1756 zur Ausgestaltung aus der Flur dorthin gebracht worden. Der letzte Gutsbesitzer O. Bley hatte wohl auf Grund des Flurnamens das Kreuz zum Kritzgraben umsetzen lassen.
Die für das Kreuz verwendete Gesteinsart ist in dem früheren ca. 2 km nordöstlich von Oßmannstedt gelegenen aufgelassenen Steinbruch zu finden.
Das Kreisornament auf der Vorderseite des Kreuzes mit rosettenförmig verlaufenden Halbkreisbögen wird von Wissenschaftlern als christliches Symbol gedeutet. Im unteren Teil ist ein Wappen im Dreiecksschild plastisch herausgearbeitet.
Über die ursprüngliche Funktion des Steinkreuzes existieren unterschiedliche Mutmaßungen. So soll in der örtlichen Flur ein Ritter von Harras (das Geschlecht der Harras-Ritter besaß u.a. auch die mittelalterliche Ossmannstedter Burg) durch den Niederroßlaer Schäfer erschlagen worden sein. Es gibt aber auch die Version, dass ein Adliger einen Hirten getötet haben soll. Somit könnte dem Objekt der Charakter eines Sühnekreuzes zugesprochen werden. Andere Experten meinen, es handle sich um einen ehemaligen Kreuzstein, auf dem das Erfurter Rad- und Schwert-Wappen verewigt worden ist.
Eine originaltreue Kopie des Steinkreuzes hatte sich in der Kapellendorfer Wasserburg und in einer speziellen Ausstellung über mittelalterliche Steinkreuze in Thüringen auf dem Erfurter EGA-Gelände befunden.